R E Z E N S I O N E N



MÜRITZ - SAGA
ARTURO UI
PENSION SCHÖLLER
MOONLIGHT SERENADE







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Landesbühne Sachsen-Anhalt

Struwwel-Adolf wird zur suggestiven «Führer»-Figur

 

Martina Bode inszeniert in Eisleben Bertolt Brechts Farce vom «Arturo Ui»

 

von Andreas Hillger, 01.10.06, 19:50h, aktualisiert 01.10.06, 20:42h

 

Hardy Halama als Arturo Ui

Hardy Halama spielt in Eisleben den «Arturo Ui». (Foto: Theater)

Eisleben/MZ. Der Polit-Künstler John Heartfield hatte die Alchimie des deutschen Faschismus schon 1932 auf eine einfache Formel gebracht: "Adolf, der Übermensch - schluckt Gold und redet Blech", schrieb er unter seine Collage, die Hitler mit einem Rückgrat aus blanken Münzen zeigte. Neun Jahre später trieb der Dichter Bertolt Brecht die Inflation der Werte noch weiter, als er im finnischen Exil seine Parabel "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" schrieb: Karfiol - also ein dialektisch verfärbter Blumenkohl - war nun der Zweck, der alle Mittel heiligen sollte.

An der Landesbühne Eisleben erzählt Regisseurin Martina Bode diese exemplarische Gangster-Geschichte mit großer Sorgfalt und demonstrativer Deutlichkeit. Peer Palmowski hat ihr einen Bühnenraum entworfen, der von einer deutschen Marken-Tapete überzogen wird: Einträchtig prangen die Logos von Geld-Instituten und Automobil-Herstellern, Technologie-Konzernen und Reise-Veranstaltern, am Gipfel der Treppenlandschaft öffnet sich ein Ausgang in flammende Zukunft.

Spiel mit großen Namen

Vor solchem Hintergrund verschwimmt die Grenze zwischen Geschäftsmann und Gunman - und der lächerliche Struwwel-Adolf verwandelt sich in eine suggestive "Führer"-Figur. Dass dies gelingt, ist vor allem Hardy Halama zu danken: Der für die Titelrolle engagierte Gast weiß nur allzu gut um die großen Namen, die man mit der Darstellung seiner Figur und ihres realen Vorbilds verbindet. Doch statt Ekkehard Schall oder Martin Wuttke, Charlie Chaplin oder Bruno Ganz auszuweichen, spielt er mit ihnen - und findet zu einer eigenen Mischung, die aus dem Lächerlichen allmählich das Erschreckende destilliert. Nachdem seine groteske Körpersprache anfangs einem nervösen Pleitegeier glich, der im Hinterhalt auf Aas lauerte, gewinnt er mit der Kontrolle über seine Gliedmaßen auch die Macht über die Massen - und legt mit seiner folkloristischen Verkleidung zugleich letzte Skrupel ab.

Die Regisseurin sorgt - unterstützt von ihrem Pianisten Sebastian Undisz - für eindeutige Lesbarkeit. Von der blechtrommelnden Ansagerin bis zum hindenburgischen Charakterkopf des alten Dogsborough, vom goebbelsschen Klumpfuß des Demagogen Givola bis zur göringschen Wampe des Killers Giri sind alle Gestalten zu voller Kenntlichkeit maskiert und werden vom Ensemble präzise gezeichnet. Etüden wie der Tanz des großen Diktators mit dem Karfiol-Globus oder der ungewollt aufgeschminkte Oberlippenbart sorgen für zusätzlichen Glanz.

Offenkundig aktuell

Es ist ein kraftvoller Abend, dessen Aktualität auch ohne Brechts berühmte Schlusszeile vom fruchtbaren Schoß offenkundig wäre. Dass die Landesbühne mit dieser Arbeit selbstbewusst an ihre Grenzen gegangen ist, findet nicht zuletzt durch das große Interesse an Gastspielen im Brecht-Jahr den verdienten Lohn. Dass der große Vereinfacher sein Stück freilich an jenem Punkt enden ließ, an dem das maschinelle Morden erst seinen Anfang nahm, kann auch die Eisleber Inszenierung nicht kaschieren.

Denn das, was nach Reichstagsbrand und Röhm kam, lässt sich mit Metaphern wie Bronx und Browning nicht mehr erzählen - und war, wie die Geschichte lehrt, erst in der Katastrophe aufhaltsam.

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LINDAUER ZEITUNG

Montag, 23. Oktober 2006 / Nr. 245

Stadttheater                                        

Erschreckend klar wie das Original wirkt 'Arturo Ui'

LINDAU - Bereits zwei Mal ist die Landesbühne Sachsen-Anhalt mit ihrer fulminanten Faust-Inszenierung in Lindau gewesen. Jetzt war "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" von Bertolt Brecht an der Reihe. Auch hier hat Martina Bode aus Eisleben Regie geführt und das Stück mit ihrer unverwechselbaren, kraftvollen Handschrift gezeichnet.


Von unserem Mitarbeiter

Winfried J. Hamann


Das Bühnenbild machte Brechts Überzeugung anschaulich: Ohne kapitalistische Großfirmen im Hintergrund ist's anstrengend mit der Macht. Also hat Ausstatter Peer Palmowski bekannte Firmenlogos unserer Tage an den Wänden versammelt, deren Hintergrund pink wirkte, vielleicht aber doch "schweine"-farben gemeint war.

Mit Blechtrommel und Zigarrenqualm, Blues-Brothers-Kopien und Knarren stürzt sich das Ensemble voller Tempo auf die Chicagoer Gangstergeschichte. Sie aber ist natürlich nur eine Farce - Brecht nennt sie "Historienfarce" -, bezieht das Parabelstück seinen Stoff doch aus der biographischen Ähnlichkeit von zwei gut bekannten Kriminellen, von denen der eine Al Capone, der andere Adolf Hitler hieß und der hier Arturo Ui, Gangsterchef, genannt wird. Brecht schrieb das Stück 1941, später hätte er den "Aufstieg des Arturo Ui" wohl nicht "aufhaltsam" genannt. Ansonsten kommt in leicht verschlüsselter Form so ziemlich alles vor, was damals Rang und Namen hatte oder die zensierten Schlagzeilen beherrschte: Hindenburg und Dollfuß samt dessen Ermordung und Österreichs "Anschluss", der Hinkefuß von Goebbels und Görings Bauch, Reichstagsbrand und Röhm-Putsch.

Die Darsteller tragen kräftige Spielfarben auf, um diese Bezüge kenntlich zu machen, und am  großzügigsten gestattet die Regie dies dem Hauptdarsteller Hardy Halama. Immerhin muss er als Ui alias Hitler die größte Herausforderung meistern und eine überzeugende Lösung zwischen dem Original und den vielen Schauspielern lösen, die sich an seiner Figur abgearbeitet haben. Halama setzt hierfür auf die Mittel der Groteske und des größtmöglichen Kontrastes, spielt lustvoll mit Elementen, die unheimlich, lauernd, aber auch sanft und verbindlich sein können, sich aber meist unvermittelt einstellen. Stimmlich trifft er das Original oft mit erschreckender Klarheit.

Einige gelungene Regieeinfälle - etwa das absurde Fähnchenwinken oder der möglichst anspruchslose "Heimat"-Sing-Sang - konnten das pralle Beziehungsgeflecht zwischen den Akteuren und das geschichtliche Dickicht flüssig halten. Darüber hinaus haben Szenen wie Hitlers Schauspielunterricht - der in dieser Inszenierung merkwürdig eindimensional blieb - auch ein Nachlassen der nötigen Konzentration verziehen, ebenso die gekonnten Klaviereinlagen von Sebastian Undisz.

Überzeugend umgesetzt

All dies scheint zum Regiekonzept zu gehören, das auf diese Weise die Unappetitlichkeit der geschichtlichen Vorlage erträglich, ja unterhaltsam gemacht und die Tauglichkeit fürs Theater unter Beweis gestellt hat. Hitlers gewaltigen - und unaufhaltsamen - Einfluss auf die Weltgeschichte mit dem Wirken Al Capones in Beziehung zu setzen, mag im Nachhinein unangemessen wirken. Wie groß allerdings die Parallelen zwischen dem Einfluss der Großindustrie auf kriminelle Veranlagungen Einzelner sein können, das hat diese Inszenierung des Brecht-Stückes überzeugend umgesetzt. Nicht zuletzt dafür gab es lang anhaltenden Applaus und viele Verneigungen vor einem Publikum, das die Leistungen der Landesbühne Sachsen-Anhalt offensichtlich besonders zu schätzen weiß. Zu Recht!


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26.06.2007

Peter Schroth sorgt für aufmunternde „Pension Schöller“ im Theater am Bonnaskenplatz

Ein Abend zum Gesundlachen

Ein zerzauster, ehemaliger Major, eine neugierige Autorin mit einem Stift am langen roten Faden oder der Mann mit dem L-Fehler – die «Pension Schöller» mit all ihren kuriosen Gestalten hat am Samstag am Staatstheater Cottbus Premiere gefeiert. Peter Schroth inszenierte ein Stück zum Gesundlachen und machte das Beste aus einer harmlosen Vorlage.

Foto: Marlies Kross

Kuriose Gestalten in der Pension Schöller: Thomas Harms als witziger Philipp Klapproth (l.) und Hardy Halama als Eugen mit dem L-Fehler.

Dass die «Pension Schöller» ein so uralter Schwank von immerhin schon 117 Jahren ist, war beim Lesen der Journale dann doch etwas überraschend. Vielleicht auch, weil die Urtexte von Carl Laufs zur urigen Idee von Wilhelm Jacoby über die Jahre für Theater und Film immer wieder aufgeputzt, aufgemöbelt wurden und dann eben doch noch recht frisch wirken. Zudem weiß ja auch jeder, was ihn an diesem Theaterabend erwartet, harrt freudig-gelassen aus, bis dem verhinderten Schauspieler Eugen endlich die «Fniege in den Hans gefnogen» ist, und keiner würde die Filetstücke je aus dem Original streichen. Schon gar nicht Jürgen Wölffer, in dessen Bearbeitung die Galoppakte am Staatstheater Cottbus nun in Szene gesetzt sind. Der Schauspieler, Regisseur und langjährige Komödienchef konnte sich bei Strafe des Untergangs kein taubes Ei ins eigene Nest legen.
Im Theaterbetrieb ist die «Pension Schöller» ein absoluter Selbstläufer, und wenn dafür am Staatstheater Cottbus der erfahrene und geschätzte Regisseur Peter Schroth verpflichtet wurde, dann will das etwas heißen. In der Art etwa wie «Qualität trotz alledem» oder «Der wird schon was draus machen» . So ist es auch gekommen – er hat etwas daraus gemacht. Das Beste, was bei der harmlosen, nicht eben übermäßig aufregenden Vorlage möglich ist. Und man darf es zum Gesundlachen auch mögen, amüsiert sich am Abend wie ein König, hat es am Morgen gutbürgerlich schon wieder vergessen und hungert bereits am Mittag auf Neues wie ein Bettler.
Thomas Harms ist ein vergnügter, witziger Philipp Klapproth. Lustvoll zieht er alle Register des wohlhabenden Provinzlers, der etwas erleben will, um es dann im heimatlichen Kyritz dem Apotheker unter die Nase zu reiben, behauptet sich in der Konfrontation mit verdrehten Pensionsinsassen, ist selbst verrückt genug, um auch ein guter Verlierer zu sein. Doch er verliert ja nichts. Sein gottvolles «gnänzend» aus dem Schrank heraus klingt da ganz entspannt, und im Ehehafen – die einzig bedrohliche Situation im Stück – wird er auch nicht landen, eher weiter seine Hafenrundfahrten bevorzugen.

Ausgelassene Premierenstimmung
Das Premierenpublikum im Theater am Bonnaskenplatz feierte die Inszenierung von Peter Schroth fröhlich und ausgelassen. Deutlich hat es den Zuschauern auch Hardy Halama als Eugen angetan, dessen Texte so verfasst sind, dass er ausreichend seinen Stolperbuchstaben zum Verdrehen findet. Nur in einem Satz hat Shakespeare, beziehungsweise die Schlegel-Tiecksche Übertragung, das einfach nicht beachtet. Halama ruft ihn aus, derweil er über das rote Sofa reitet: «Ein Königreich für ein Pferd» . Unmöglich, alle Einfälle dieses Abend zu erzählen oder beispielsweise ein solches Gesamtkunstwerk wie Josephine Zillertal (Susann Thiede) zu beschreiben. In der Ausstattung von Hans Ellerfeld ist sie mit besonderer Liebe bedacht. Allein schon das Notizbuch der neugierigen Schriftstellerin mit dem Stift am langen roten Faden sorgt für allerhand Verwicklungen.

Ein mannstolles, junges Reh
Eine imposante und nicht minder mannstolle Erscheinung ist Gabriele Lohmar als Ida Klapproth, die wie ein junges Reh über die Bühne springt, als im heimatlichen Kyritz Mann für Mann aus der Schöllerschen Pensionsmannschaft einrücken. Selbst an dem zerzausten, kriegsversehrten Major a. D. von Mühlen (Wolf-Dieter Lingk), der überall Gefahr wittert und den Fehdehandschuh wirft, sich aber an keine Schlacht mehr erinnert, findet sie noch Gefallen. Und entbrennt für den weltreisenden Prof. Bernhardy (Gunnar Golkowski), der unglaublich groß, stark und naiv ist. Wenn der Abenteurer den kleineren Philipp, mit dem er noch vor seiner Liebe unbedingt nach Afrika reisen wollte, einfach mal so unter den Arm klemmt, ist das ein göttliches Bild. Mit sonnigem Gemüt erzählt er von seiner Löwenjagd und dem Bruder, der das irgendwie nicht überlebt hat.
Apropos Bruder – die beiden Brüder Christoph und Peter Schroth haben dafür gesorgt, dass das ereignisreiche Premierenwochenende am Staatstheater trotz unterschiedlicher Genres dem Publikum sowohl spannungsreiche als auch aufmunternde Theaterkost bot. Man kann getrost das Wort in den Mund nehmen – die beiden verstehen ihr Handwerk, hinterfragen Texte und Geschichten, ermutigen Schauspieler auf besondere Art. Vor allem aber schaffen sie es gemeinsam mit ihren Darstellern, dass die Zuschauer auf diese oder jene Weise doch immer mit spielerischem Niveau konfrontiert sind. Das ist viel in heutiger Zeit, wo Schein mehr gilt als Sein, die Profilierungssucht von Regisseuren merkwürdige Blüten treibt, Happening zählt und weniger die Schauspielkunst. Die Schroth-Brüder nehmen das Publikum ernst, muten ihm nur das zu, was sie sich auch selber zumuten können. Gerade im Kontrast von «Antilopen» und «Pension Schöller» spürt man genau, wie tragikomisch ein Psychodrama sein kann und wie gut es ist, wenn der Schalk ernst genommen wird.
„Pension Schöller“, Theater am Bonnaskenplatz, wieder am 26./27./28./29. und 30. Juni, Beginn jeweils 19.30 Uhr, am 1. Juli, 16 Uhr, am 3./4. sowie 6./7. Juli, 19.30 Uhr, am 8. 7., Beginn 16 Uhr, Ticket-Telefon 01803 440344 (9 Cent/Min.)

Von Gabriele Gorgas


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Ein dirigierender Diktator 

"Moonlight Serenade" ließ im Theater Wellen der Emotion hochschwappen

Von Andreas Stolz

850 Besucher im Wolfsburger Theater standen und applaudierten frenetisch und lang anhaltend: Das Musical "Moonlight Serenade", es hat das Leben des amerikanischen Bandleaders Glenn Miller zum Inhalt, ließ Wellen der Emotion hochschwappen.

Mehr als zweieinhalb Stunden wurde am Samstag auf der Bühne eine Mischung aus Miller-Biographie und Evergreens des Swing geboten. Hochklassige Musiker traten an – und sie erreichten mit ihrem Spiel die Sphären akustischer Authentizität. Es klang wirklich wie in den dreißiger und vierziger Jahren. Dazu gesellten sich Darsteller, die exzellent sangen und spielten. Für die beschwingte Inszenierung zeichnete Katja Wolff verantwortlich, die musikalische Leitung hatte Donato Deliano.

Bild eines Besessenen

Das Musical hielt sich in seiner szenischen Abfolge an die Biographie des Bandleaders, der seit seinem Flug vom 15. Dezember 1944, er wollte von London nach Paris, als verschollen gilt. Tilman von Blomberg in der Hauptrolle gelang es, das detaillierte Bild eines Besessenen zu zeichnen. Eines Mannes, dem seine Musik über (fast) alles ging, eines dirigierenden Diktators, der nur eine Meinung akzeptierte: seine eigene! Neben seinen schauspielerischen – und gesanglichen – Fähigkeiten verfügte von Blomberg über die Gabe, überzeugend (scheinbar) die Bigband zu dirigieren.

Kira Primke als Millers Frau Helen beeindruckte besonders durch ihre Stimme und die sensible Interpretation der Lieder. Britta Balzer gab Millers Mutter: eine dominante Frau mit (Über-)Forderungen an den Sohn, denen er zeitlebens konträr und oppositionell begegnet, und doch versucht, sie zu erfüllen.

Unvergängliche Ohrwürmer

Hardy Halama gestaltete einen versierten Miller-Manager Don Hayes. In den weiteren Rollen, mit guter Leistung: Pascal Illi, Joachim Quirin und Lars Rindelaub.

Was aber vor allem mitriss, waren die unvergänglichen Ohrwürmer "In The Mood", "Chattanooga Choo Choo", oder "Little Brown Jug". Der gefühlsmäßige Höhepunkt: der Titelsong, die "Moonlight Serenade".

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Moonlight Serenade im Parktheater Augsburg

Eine wunderbare Hommage an Glenn Miller erlebten am Samstag die Besucher des ausverkauften Parktheaters. Mary Millanes Musical „Moonlight Serenade” über das Leben Glenn Millers ließ musikalisch und darstellerisch keine Wünsche offen.

Nicht von ungefähr hat die Produktion des Eurostudios Landgraf in der Regie Katja Wolffs mit dem Parktheater Augsburg den begehrten Preis der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastpielen (Inthega) für das Erfolgsmusical über die amerikanische Musiker-Legende erhalten.

Die erstklassige Big Band unter Leitung von Donato Deliano ließ mit den Welthits „In the Mood”, „Chattanooga Choo Choo” und dem Titelsong des Musicals, „Moonlight Serenade”, bei vielen Theaterbesuchern eine Menge Jugenderinnerungen an die Big-Band-Ära und den „King of Swing” wieder aufleben.

Dickes Kompliment an den großartigen Hauptdarsteller Tilmann von Blomberg: Er hauchte dem großen Jazz-Posaunisten, Bandleader, Komponisten und Arrangeuer überzeugend Leben ein. Von Blomberg erwies sich als begnadeter Darsteller und Sänger und lotete Millers Charakterzüge glaubwürdig aus. Zudem bestach er durch eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem amerikanischen Musiker-Idol, vergleicht man ihn mit Fotos aus den 40er-Jahren.

Kira Primke überzeugte als seine Ehefrau Helen Miller. Besonders schön war ihr gemeinsames Duett „We can live on love”, in das sie viel Gefühl hineinlegten. Millers Manager Don Haynes spielte Hardy Halama mit Bravour. Eine Glanzleistung vollbrachte auch Marion Musiol als Mattie Miller, die Mutter des berühmten Musikers. In wechselnden Rollen gefielen auch Pascal Illi, Thorsten Kugler und Lars Rindelaub. Andrew Hunts stimmige Choreografie mit flotten Tanzeinlagen, Heike Seidlers authentische Kostüme und Karel Spanhaks Bühnenbild rundeten den positiven Gesamteindruck ab. Nach dem grandiosen Medley zum Finale wollte das hochzufriedene Publikum das großartige Ensemble gar nicht von der Bühne lassen.


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